1. Große Karnevalsgesellschaft "Völl-Freud" 1929 e.V. Tanz- und Fanfarencorps
 

Verein - Geschichte & Chroniken des Vereins

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Chroniken

Lesen Sie mehr zur Geschichte des Vereins in unseren Vereinschroniken:

1. Chronik, Jahre 1929 - 1954 (21,3 MB)

2. Chronik, Jahre 1955 - 1974 (21,7 MB)

3. Chronik, Jahre 1975 - 1987 (22,8 MB)

4. Chronik, Jahre 1987 - 2004 (31,1 MB)
 

 

 

 

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Geschichte & Zeitraffer

Eine Reihe junger Männer beschloss im Jahre 1929, trotz Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Eingemeindung von Werden nach Essen als Abteilung des Werdener Jungmännervereins eine Karnevalsgesellschaft zu gründen, um das karnevalistische Brauchtum in Werden zu erhalten. Ihr Wahlspruch: „ Die Narretei von Zoten frei.“

 

Die alten Protokolle besagen, dass es mit den Formalien nicht so genau genommen wurde. Vielmehr stand bei den Beratungen der jugendliche Schwung, die Freude und das Lachen im Vordergrund.

Die Niederschriften der nächsten Jahre berichten von großartigen Sitzungen, Beteiligung mit eigenem Wagen am Karnevalsumzug sowie wachsendem Selbstbewusstsein und Stolz auf das Erreichte. Das Mitwirken von kostümierten Fußgruppen beim Altweiberzug trug dazu bei, diese Tradition aufrecht zu erhalten. 

 

Die lobende Erwähnung der Leistungen und Erfolge in der Tagespresse ließ damals wie heute  die Herzen der Vereinsmitglieder höher schlagen.

Von Anfang an suchte "Völl Freud“ gute Kontakte zu anderen Werdener Karnevalsgesellschaften. Davon gab es einige: die Tuchmacherzunft, Werden 08, die Werdener Liedertafel, der Männergesangsverein Harmonie, Juptich Kawuptich, Gut Freundschaft, Die Braven und die Borneweger Nachbarschaft.

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Von den vielen Büttenrednern und Vortragskünstlern seien nur zwei hervorgehoben: zum einen „Schmörmel“ Clemens Blumentrath, der 25 Jahre in der Bütt stand und mundartliche Vorträge, Gedichte und Lieder schrieb. Zum anderen Kuno Kemper, der Lieder über Werden komponierte und ebenfalls jahrelang in der Bütt stand. Beide wurden Ehrenmitglieder der Völl Freud. Die Gleichschaltung aller Vereine im Dritten Reich tat auch der Völl Freud nicht gut, obwohl es gelang, mit einer gewissen Tarnung weiter zu bestehen. Der Zweite Weltkrieg zerschlug praktisch den Mitgliederbestand und raffte 70 % der jungen Männer dahin.

 

Die Wiederbelebung nach 1945 war ein wagemutiges Unterfangen, das 4 Männer der alten Garde versuchten: Josef Bredenbröcker, Ludger Nickiel, Walter Hicking und Gerhard Katz. Gerhard Katz machte den Vorschlag, sich der KAB anzuschließen, ohne dabei auf die Eigenständigkeit zu verzichten. Die anfänglichen ausgedehnten Familienfeste wurden im Laufe der Jahre zu Großveranstaltungen, die auch das Pfarrorchester als musikalische Begleitung einschlossen. Auch die finanzielle Lage besserte sich, da Saaldekoration, Bühnenbild und Orden selbst hergestellt wurden.

 

Im Jahre 1950 wandte man sich mit Abscheu vom Altweiberumzug ab, der durch die vielen anreisenden Fremden zu einem unwürdigen Treiben ausgeartet war. Von 1951 bis 1986 gab es dafür am Rosenmontag einen internen Altweiberball.

 

Am 17.2.1952 fand eine Gemeinschaftsveranstaltung aller Werdener Vereine im Saalbau Maas statt, das Motto: „Alle ziehen an einem Strang“. Jede Gesellschaft stellte 2 Vorträge,Präsident Werner Katz unser Präsident Gerhard Katz leitete die Sitzung und man konnte 1000 Gäste begrüßen. Der Abend mit einem 5-Stunden-Nonstop-Programm vor voll besetzten Stuhlreihen (!) war sagenhaft. Leider konnte diese Großveranstaltung nur einmal wiederholt werden. Dann wurde der schöne Saal zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert.

 

Bei den Veranstaltungen der Völl Freud in den folgenden Jahren sowie beim 25-jährigen Jubiläum war man auf einen jungen Mann aufmerksam geworden, der redegewandt und mit musikalischen Darbietungen das Publikum begeisterte: Werner Katz. Ihn wählte man 1954 zum Präsidenten, danach jedes Jahr wieder, bis zum Jahre 2004. Auf seine Anregung hin wurde ein Fanfarencorps gegründet, später folgte dann auch eine Tanzgarde, die zur Zeit in zwei Altersgruppen aufgeteilt ist, die Jugendgarde und die Große Tanzgarde. Außerdem haben wir mittlerweile ein      Tanzmariechen, das jede Woche ein Extra-Training absolviert.

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Die erste Kindersitzung fand 1963 statt und erfreute sich wachsender Beliebtheit. Nach dem Abbruch des katholischen Vereinshauses fand diese erst im Kolpinghaus statt, später und auch heute noch in der Aula des Gymnasiums Werden. Im Laufe der Jahre wuchs die Zahl der Veranstaltungen. So wurde ein Prominenten-Fußballspiel zu Gunsten der Aktion Sorgenkind organisiert und der Erlös mit dem Überschuss der letzten Session aufgerundet. Jedes Jahr wird für zahlreiche Altenheime eine kostenlose Karnevalssitzung gestaltet. Die Mitwirkung bei den jährlichen Karnevalsnachmittagen für Behinderte ist Ehrensache.

 

Die Schar derjenigen, die Uniform und Instrumente benötigen, ist groß. Durch Vermittlung von Senator Willi Herrmann konnte man dem „Bund Deutscher Volksbühnenspieler“ beitreten und darüber finanzielle Unterstützung beantragen. Um diese zu bekommen, musste Völl Freud ein selbstständiger Verein werden.

Das Jahr 1979 mit dem 50jährigen Jubiläum wurde zu einem der Höhepunkte in der Vereinsgeschichte. Das war nur möglich, weil alle mitzogen, besonders aber die Frauen. Ein besonderer Dank gehört hier dem Ehrenpräsidenten Werner Katz und seiner Frau Hedi. Er ist Initiator und Antreiber, gemeinsam sind sie die Schuttabladestelle für alle großen und kleinen Probleme.

 

In das gleiche Jahr fällt auch das erste gemeinsame Hoppeditz-Erwachen aller Vereine auf dem Abteihof, das leider nach einigen Jahren wieder einschlief. Das Jubiläumsjahr hatte noch einige andere Höhepunkte: Propst Dr. Heinrich Engel, inzwischen Senator der Gesellschaft, stellte seinen „Vater Ludger-Song“ vor und die Familienministerin Antje Huber dankte der Völl Freud für ihre jugendfördernde Arbeit. Da wir inzwischen Kontakte mit vielen ausländischen Vereinen hatten, konnten wir in Verbindung mit den Schützen im selben Jahr an Pfingsten 1000 Musiker aus ganz Europa zum Umzug begrüßen. Auf Musik- und Tanzwettstreiten wurden im Laufe der Jahre viele Preise errungen. Long Eaton Militaires

 

Auftritte des Tanz- und Fanfarencorps waren von vielen verschiedenen Festen im Essener Raum und darüber hinaus nicht wegzudenken, zum Beispiel beim Stadtverband Essener Jugendverbände, beim Borbecker Schlossfest und beim Platzkonzert im Grugapavillon. 

 

Nicht zu vergessen sind auch die regelmäßigen Besuche bei unseren Freunden von den Long Eaton Militaires in England. Seit fast 25 Jahren besteht die Freundschaft über Landes- und Sprachgrenzen hinweg. Ein besonderer Dank gebührt hierfür wiederum Werner Katz, der gemeinsam mit Colin Webster seit der ersten Stunde die Besuche organisiert hat.

Es war schließlich eine Notwendigkeit, aus den beengten Verhältnissen des Kolpinghauses in den größeren Hesperkrug zu ziehen. Wir entwickelten einen eigenen Stil für Bühnendekoration, Saalschmuck und vor allem für die Art der Veranstaltung. Die eigenen Kräfte und die guten Einkäufe sorgen dafür, dass unsere Gäste immer sagen: „Wir kommen nächstes Jahr wieder.“ 

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Seit dem Eintritt in das Festkomitee Essener Karneval nehmen wir regelmäßig am Essener Rosenmontagszug mit Fanfarencorps und Fußgruppe teil. Mit unserem Motivwagen konnten wir wiederholt Preise gewinnen. Aber auch in Kupferdreh und Oberhausen ist die Völl Freud dabei. Einige Jahre haben wir sogar am Scholl- und Fußtruppe RosenmontagVeedelszoch in Köln teilgenommen.  

 

Immer wieder wird dabei die jugendfördernde Arbeit der Gesellschaft hervorgehoben. Aus diesem Grund ernannte das Prinzenpaar der Stadt Essen, Friedel I. und Ingrid II., im Jahr 1993 die KG Völl Freud Werden zur 1. Großen Karnevalsgesellschaft. Darüber hinaus stellten wir für das Festkomitee bisher fünf komplette Kinderprinzenpaare und einen Kinderprinzen.

 

Nicht aufzuzählen sind die Termine, an denen Tanz- und Fanfarencorps mitgewirkt haben. Ein Höhepunkt war der Internationale Jugendtreff im Oktober 1985 in Essen mit den Long Eaton Militaires aus England, dem Jugend Folkloreensemble aus „Zaggortsche“ aus Bulgarien, der Postkapel Venlo und den „Majorettes du Val de Metz“ aus Frankreich, damals allesamt Partner der Völl Freud. Die Auftritte auf dem Kennedyplatz und in der Aula des Gymnasiums Werden waren ein sinnvoller Beitrag zu dem von der UNO ausgerufenen Jahr der Jugend.

 

Nicht umsonst ist die KG Völl Freud Mitglied im Bund Deutscher Amateurtheater: In Verbindung mit der Theatergesellschaft Preziosa Gelsenkirchen wurde lange Jahre Theater gespielt. Bei den Stücken standen auch Mitglieder der Völl Freud auf der Bühne, bei Märchenstücken sogar die Tanzgarde. Zwerg Nase, Dornröschen, Krach im Hinterhaus, So ein Mädel und Die Drei Dorfheiligen gelangten so zur Aufführung.

Kontinuierlich setzte die Karnevalsgesellschaft ihre Arbeit fort. So haben wir mittlerweile 14 Senatoren ernannt, die die Gesellschaft unterstützen. Besonders zu erwähnen sind dabei Leo Fonrobert, der als Kritikus viele Jahre bei Völl Freud mitgliederund Hubert Schmitz, der graphisch-künstlerisch immer ein Ansprechpartner für uns ist.

 

Neben der Jugendförderungswürdigkeit, die wir 1993 erhielten, gilt die KG Völl Freud mittlerweile auch als gemeinnützig. Im Jahr 2001 erfolgte schließlich die Eintragung in das Vereinsregister. 50jähriges Jubiläum Fanfarencorps

Im Jubiläumsjahr 2004 gab Werner Katz sein Amt als Vorsitzender und Präsident nach 50 Jahren in jüngere Hände ab. Seine Tochter Sigrid Notthoff übernahm das Amt der Vorsitzenden und seine Enkelin Astrid Husemann (geb. Notthoff) folgte ihm als Präsidentin nach. Auf der Galasitzung zum 75. jährigen Jubiläum wurde Werner Katz zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Als große Überraschung für Werner Katz spielte ein um etliche Spieler erweitertes Fanfarencorps auf. In mehrwöchigen geheimen Proben hatten sich sehr viele Ehemalige des Fanfarencorps unter Leitung von Ehrenfanfarenzugleiter Michael Katz zusammengefunden, um noch einmal mit dem jetzigen Corps zu Ehren von Werner Katz aufzuspielen. Im selben Jahr wurde Werner Katz vom  Vorstand des FEK zum Ehrenmitglied auf Lebzeit ernannt.

 

Im Sommer des Jahres 2005 wurde das 50jährige Bestehen des Fanfarencorps ganz groß mit einem Freundschaftstreffen gefeiert, an dem 13 befreundete Vereine teilnahmen.

 

Vier dicke schriftliche Chroniken enthalten die wechselnde Geschichte der 1. Großen KG Völl Feud für die Nachwelt ( Chronik 1   Chronik 2  Chronik 3 Chronik 4.)

Eine Kurzbiographie kann nicht alle Einzelheiten, die im Vereinsleben eine Rolle spielen, in vollem Umfang würdigen. Wichtig ist, dass sich jedes Mitglied der Tatsache bewusst ist, dass nur aus dem Einsatz und dem Mittun aller diese großartige Vereinsleistung zu erbringen ist.

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Zeitraffer

 

Entwicklung der Völl Freud

 

Preise und Kinderprinzenpaar der Völl Freud

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1929

Gründung der Völl Freud

1939-45

Getarntes Weiterbestehen des Vereins,

nach Kriegsende ist die Mitgliederzahl erschreckend gesunken

1945

Wiederbelebung des Vereins

1953

Werner Katz wird Präsident  

1954

Gründung des Tanz – und Fanfarencorps  

1969

Aufnahme im Bund Deutscher Volksbühnenspieler  

1973

2. Preis des Fanfarencorps beim internationalen Wettbewerb in Königswinter

1974

1. Preis des Fanfarencorps in Königswinter  

1979

50. jähriges Jubiläum, 25. jähriges Jubiläum  Tanz – und Fanfarencorps  

Essener Kinderprinz Uwe I. wird von unserer Gesellschaft gestellt  

1980

Erster Besuch in England bei der Long Eaton Militaires Carnival Band                     

1981

Gründung der Spätlese  

1982

Essener Kinderprinzenpaar Marcus I. und Nicole I.

1985

„Internationaler Jugendtreff“ in Essen  

1989

Essener Kinderprinzenpaar Marco I. und Astrid I.  

1991

Essener Kinderprinzenpaar Sascha I. und Mechthild I.

1993

Verleihung des Titels zur 1. Großen KG Völl Freud und Jugendförderungswürdigkeit

1. Preis für den besten Rosenmontagswagen

1994

Essener Kinderprinzenpaar Nicola I. und Claudia I.  

1999

70. jähriges Jubiläum, 45. jähriges Jubiläum Tanz – und Fanfarencorps

2001

Völl Freud wird zum eingetragenen Verein:  „1. Große KG Völl Freud 1929 e.V.“

2003

Essener Kinderprinzenpaar Fabian I. und Svenja I.

2004

75 jähriges Jubiläum des Vereins, Werner Katz 50 Jahre Sitzungspräsident

Astrid Husemann (geb. Notthoff) wird Präsidentin

2005

50 jähriges Jubiläum des Fanfarencorps

2006

77 jähriges Jubiläum des Vereins

1. Preis für den besten Rosenmontagszugwagen

1. Preis für die beste Zugsprecherin für Nicole Winkelmann

2010

1. Preis für den besten Motivwagen im Kupferdreher Rosenmontagszug

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© Völl Freud 2011